Paprikahendl

05 Nov 2017

Es ist Sonntag, es ist kalt und es ist mal wieder allerhöchste Zeit für ein (für mich) ganz besonderes Wohlfühlgericht. Ich hoffe also, dass ihr ein wenig Hunger mitgebracht habt, denn heute gibt es mit dem Paprikahendl mal wieder ein wahnsinnig leckeres Schmankerl aus meiner Heimat.

Paprikahendl 1

Oh wie ich mich darüber freue, euch heute endlich mein Rezept für ein Paprikahendl ans Herz legen zu dürfen! Eigentlich wollte ich euch das Paprikahendl schon bereits während meiner Italien Reise im September virtuell servieren, aber dann hat mir die liebe Steph vom allbekannten KuLa per Zufall davon erzählt, dass sie ebenfalls geplant hat ihr Paprika-Huhn Rezept mit ihren Lesern zu teilen. Um es auf den Punkt zu bringen. Ihr bekommt heute virtuell gleich zwei schnabulöse Paprikahendl serviert und könnt euch sozusagen die saftigsten Stückerl rauspicken. Wobei ich an dieser Stelle kurz anmerken muss, dass ich mit meinem Paprikahendl ganz klar „Heimvorteil“ hab.

Paprikahendl 2

Spaß bei Seite! So oder so ist ein Paprikahendl für mich einfach ein absolutes Wohlfühlessen bei dem ich wohl immer ein klein wenig in meine Kindheit zurückversetzt werde. Was war das immer schön, wenn ich meine Oma besuchte und mir dieser unwiderstehliche Duft von Paprika und Röstaromen entgegen wehte. Herrlich, sag ich euch! Ihr merkt schon, bei mir kommen da jede Menge Emotionen in mir hoch… Bevor ich euch aber mit meinen Kindheitserinnerungen zu Tode langweile, erzähl ich euch lieber noch ein wenig was zur Zubereitung und Herkunft des Paprikahendls.

Paprikahendl 3

Das Paprikahendl ist, wie auch schon das Reisfleisch, ein klassischer Bestandteil der österreichischen Küche und hat seinen Ursprung in Ungarn. Vielfach wird das Paprikahendl aus einem ganzen (zerlegten) Huhn zubereitet. Ich verwende dafür aber lieber saftige Hühneroberschenkel, da ich der Meinung bin, dass sie einfach am allerbesten schmecken. Mein Rezept kommt im Wesentlichen ganz traditionell daher und ist dem fantastischen Rezept von Frau Zii, oder dem von das Mundwerk sehr, sehr ähnlich. Ohne viel Chichi, ganz bodenständig und mit einer herrlich cremigen Sauce aus edelsüßem – bestenfalls ungarischen, Paprikapulver. Serviert wird das köstliche Paprikahendl übrigens traditionellerweise mit Eiernockerln oder Nudeln. Da meine selbstgemachten Nockerl aber irgendwie immer sehr zerfleddert aussehen, hab ich mich vorsichtshalber für Spätzle entschieden. Ich will euch ja schlussendlich nicht den Appetit vermiesen. 😉

Paprikahendl 4

Falls ihr übrigens auf der Suche nach weiteren gschmackigen Klassikern aus der österreichischen Küche seid, hab ich euch dazu auch ein eigenes Board auf Pinterest angelegt. Nachdem ich eh schon wieder viel zu viel geschnattert habe, bleibt jetzt eigentlich eh nimmer viel zu sagen, ausser natürlich:

Lossts es euch schmecken!

Paprikahendl
Zutaten
  1. 1 kg Hühneroberschenkel
  2. 2 Zwiebel (bei mir 230 g)
  3. 1 TL Tomatenmark
  4. 1,5 EL Edelsüßes Paprikapulver
  5. 1 TL Majoran
  6. ca. 1,5 L Hühnersuppe
  7. 150 g Sauerrahm
  8. 50 g Universal Mehl
  9. Ein wenig Butterschmalz (zum Anbraten)
  10. Salz
  11. Pfeffer
  12. Eine Prise Lemon Myrtle (nach Belieben)
Zubereitung
  1. Die Zwiebel schälen, mit dem Messer in feine Stücke schneiden und bei Seite stellen. Die Hühnerschenkel von allen Seiten mit einem Küchentuch gründlich trocken tupfen und ein klein wenig Butterschmalz in einem ausreichend großen Topf erhitzen.
  2. Die Hühnerschenkel darin von allen Seiten goldbraun braten. Achtet dabei darauf dass die einzelnen Hühnerteile nicht übereinander liegen und bratet sie lieber portionsweise an, falls euer Topf zu klein sein sollte. Alle angebratenen Hühnerschenkel auf einen separaten Teller legen und bis zur Weiterverwendung bei Seite stellen.
  3. Die Zwiebel in den Topf geben und bei mittlerer Hitze im verbliebenen Fett rösten bis sie goldbraun und sehr weich sind. Das Tomatenmark hinzugeben und bei mittlerer Hitze und gelegentlichen Umrühren ca. 2-3 Minuten mitrösten, bis die Flüssigkeit größtenteils verdampft ist.
  4. Überprüfen ob noch genügend Fett im Kochtopf ist und ansonsten noch ein wenig Butterschmalz hinzugeben.
  5. Das Paprikapulver über die Zwiebel geben und (bei reduzierter Hitze) unter ständigem Rühren mitrösten. Dabei darauf achten, dass das Paprikapulver auf keinen Fall anbrennt, da es ansonsten sehr bitter schmeckt. Den Majoran darüber streuen und mit der heissen Hühnersuppe aufgießen.
  6. Die Hühnerschenkel wieder zurück in den Kochtopf geben. Sie sollten mit der Flüssigkeit knapp bedeckt sein. Ansonsten einfach noch ein bisschen Wasser nachgießen. Nach Geschmack noch zusätzlich salzen und alles kurz stark aufkochen lassen. Die Hitze reduzieren und alles ca. 40-45 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Das Fleisch sollte am Ende so weich sein dass es sich bereits leicht vom Knochen löst.
  7. Nun den Sauerrahm in eine ausreichend große Schüssel geben und zusammen mit dem Mehl Glatt rühren, das keine Klümpchen mehr vorhanden sind.
  8. Die Hühnerteile wieder aus der Sauce fischen, bei Seite legen und ein wenig von der Sauce unter die Sauerrahm-Mehl-Mischung rühren. Nun die vangerührte Mischung fest unter die heiße Sauce rühren, nach Belieben noch eine Prise Lemon Myrtle hinzugeben. Alles nochmal aufkochen und bis zur gewünschten Saucen-Konsistenz einkochen. Die Hühnerschenkel wieder zurück in den Topf geben und in der heissen Sauce ca. 15 Minuten ziehen lassen.
  9. Das fertige Paprikahendl auf tiefe Teller legen, ein wenig Sauce darüber geben und wahlweise mit Nockerl, Spätzle oder Nudeln genießen.
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Hähnchenspieße mit Zitronengras

02 Jun 2016

Bei mir wird heute ins Gras gebissen, zumindest beinahe! :o) Wenn ihr Hühnerfleisch gerne mögt und mal Lust auf eine neue Variante habt, dann hab ich heute vielleicht genau das Richtige für euch… Ich hätte da nämlich ein paar super frische und extrem leckere Zitronengrasspießchen mit würzigem Hühnerfleisch für euch im Angebot!

Hähnchenspieße mit Zitronengras 1

Da soll doch mal einer behaupten, dass spießig gleich immer langweilig und fade sein soll! Mit diesen Hähnchen-Spießen bekommt spießig doch gleich eine ganz neue Bedeutung und so ein leckerer Snack auf die Hand ist doch immer gerne gesehen, oder?

Hähnchenspieße mit Zitronengras 2

Ihr könnt euch ja bestimmt noch daran erinnern, dass ich mit euch kürzlich auf einen kulinarischen Abstecher nach Bali gereist bin und euch meinen geliebten Morning Glory – Wasserspinat ans Herz gelegt habe. Ich hab euch ja bereits im Beitrag davon erzählt, dass ich den Spinat so lecker fand, dass ich meistens auch noch die Portion des Gaumenpoeten verputzt habe und er in Bali eigentlich als Beilage zu Fisch oder Fleisch gereicht wird. Ich mein den Wasserspinat, nicht den Gatten! :o) Auf alle Fälle möchte ich euch heute den eigentlichen Hauptdarsteller auf dem Teller vorstellen, den ich wie immer ein wenig auf unsere Bedürfnisse abgeändert hab!

Hähnchenspieße mit Zitronengras
Hähnchenspieße mit Zitronengras 3

Da im indonesischen Raum ja bekanntlich mit feurigen Gewürzen nicht gespart wird – ich scharfes Essen aber so gar nicht vertrage, hab ich das Hühnerfleisch einfach ganz nach unserem Geschmack gewürzt und in diesem Fall darauf verzichtet, es wie im Originalrezept mit dem Messer fein zu zerhacken! Das ganze hat dann natürlich nicht mehr allzu viel mit balinesischem Essen zu tun – aber wie so oft, kann man sich eben überall Inspirationen holen und das wichtigste ist ja schlussendlich, dass es schmeckt, oder? :o) Ich habe unser Fleisch ganz simpel mit einer Messerspitze Sambal Oelek, einer Prise Paprikapulver, Salz und Pfeffer gewürzt. Manchmal ist weniger einfach mehr und da das Zitronengras eine ganz feine Note an das Fleisch abgibt – reicht das meiner Meinung nach auch vollkommen aus! Ihr könnt euer Fleisch aber natürlich auch kräftiger würzen und nach Belieben noch mehr Sambal Oelek, oder Knoblauch hinzufügen, falls ihr es lieber feurig mögt! Ganz egal ob zum Grillen mit Freunden oder als gschmackiges Essen für zu Hause, diese Spießchen passen einfach irgendwie immer – also lasst euch diese zitrusfrische Leckerei auf keinen Fall entgehen! 😉

Hähnchenspieße mit Zitronengras
Zutaten
  1. 400 g Hühnerbrust
  2. 4-5 Stangen Zitronengras
  3. 1 EL Rapsöl
  4. 1 TL Paprikapulver mild oder scharf
  5. 1 Msp Sambal Oelek
  6. Salz
  7. Pfeffer
  8. Öl für die Pfanne
Zubereitung
  1. Das Hähnchenfleisch trocken tupfen und in grobe Stücke schneiden. Hühnerfleisch sollte niemals gewaschen werden, da dadurch das Salmonellenrisiko beträchtlich steigt.
  2. Das Rapsöl in eine Schüssel geben, die restlichen Gewürze hinzufügen und alles zu einer Marinade verrühren.
  3. Das Hühnerfleisch in die Marinade legen und kurz durchziehen lassen.
  4. In der Zwischenzeit das Zitronengras waschen, von den äusseren harten Schichten befreien und die Mitte des Zitronengrases mit einem Messer leicht einritzen.
  5. Das Hühnerfleisch aus der Marinade nehmen, eventuell etwas trocken tupfen - damit es nicht zu ölig ist und die einzelnen Fleischstücke auf das Zitronengras aufspießen.
  6. Ein wenig Öl in einer Pfanne erhitzen und die Hähnchenspieße bei mittlerer Hitze von allen Seiten ca. 10 Minuten anbraten.
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 Mahlzeit!