Knuspriger Schweinebraten mit Stöcklkraut

10 Apr 2016

Der liebe April, der macht was er will! Gerade zeigte sich der Frühling noch in seiner vollen Pracht und es herrschten schon beinahe sommerliche Temperaturen und schwups ist es schon wieder vorbei mit den Frühlingsgefühlen und es hat in den letzten Tagen geregnet, geregnet und noch mal geregnet. Ziemlich launenhaft dieser April, aber dafür gibt’s heute einen gschmackigen Leckerbissen nach Omas Rezept! 

Knuspriger Schweinebraten mit Stöcklkraut 1

Ich hab euch ja bereits hier oder hier von unserem sehr seltenen Fleischkonusm erzählt und ihr habt bestimmt schon bemerkt, dass ich euch größtenteils vegetarische Rezepte ans Herz lege. Fleisch kommt bei uns nämlich nur am Wochenende auf den Tisch, dafür aber in wirklich guter regionaler Bio Qualität. Ich kenne es nicht anders und hab das ganz unbewusst von zu Hause so übernommen. Dafür schmeckt dann der Sonntagsbraten umso besser! ☺

Knuspriger Schweinebraten in Cocotte

Geht’s euch auch manchmal so, dass gewisse Gerichte einfach nicht so recht nach euren Vorstellungen gelingen wollen? Bei mir stand jahrelang der Schweinebraten ganz oben auf meiner schmeckt nicht so wie früher Liste – dabei ist er eigentlich extrem einfach in seiner Zubereitung und wirklich kein Hexenwerk. Nachdem ich alle möglichen Rezepte ausprobiert hab und keines davon so richtig meinen Vorstellungen vom knusprigen Bratl wia bei da Oma früher gerecht wurde, war es eigentlich naheliegend Omas Rezept auszuprobieren. Fragt mich bitte nicht, warum ich da nicht früher drauf gekommen bin! :o) Der Schweinebraten wird nämlich wahnsinnig gschmackig und genau so, wie er sein soll! Saftig, aromatisch und natürlich mit einer knackigen Knusperkruste, um die ich mich früher immer mit meinem Bruder gestritten hab! 🙂

Knuspriger Schweinebraten mit Stöcklkraut 2

Alles was ihr für euren perfekten Braten braucht ist ein gutes Stück Fleisch, ein paar wenige Gewürze, eine große Auflaufform und natürlich ein bisserl Zeit. Ich hab meinen Schweinebraten in meiner heissgeliebten Cocotte von Staub gemacht – die ich euch uneingeschränkt zu 100% weiterempfehlen kann und ihn mit Stöcklkraut serviert. Die Bratenreste schmecken übrigens auch kalt ganz hervorragend und wenn ihr das verbleibende Bratenfett in ein Glas gebt und es im Kühlschrank auskühlen lasst, habt ihr sogar noch gleichzeitig einen mordsleckeren Brotaufstrich – der bei mir zu Hause sehr beliebt ist. Beim Bratenstück hab ich mich ganz an Omas alte Regel gehalten und mich für ein stattliches Bauchstück mit Schwarte und Knochen entschieden. Schlussendlich hat sie mir oft genug erklärt, dass nur a gscheides Stückl Fleisch a gschmackigs Bratl wird. Also, lasst es euch schmecken und überzeugt euch selbst von Omas gelingsicheren Rezept!

Knuspriger Schweinebraten
Zutaten
  1. 1,5 kg Schweinebauch mit Schwarte und Knochen (bereits geschröpft)
  2. Salz
  3. Pfeffer
  4. 1/2 TL Kümmel gemahlen
  5. Kümmelsaat bei Bedarf
  6. 2 gepresste Knoblauchzehen
  7. Butterschmalz oder Schweineschmalz
  8. Wasser oder Suppe
  9. 1 kleiner Krautkopf
  10. 1 EL Öl
  11. 1 EL Apfelessig
Zubereitung
  1. Das bereits geschröpfte Fleisch mit kaltem Wasser abbrausen und gut trocken tupfen.
  2. Nun das Fleisch von allen Seiten mit reichlich Salz, sowie den restlichen Gewürzen einreiben und am besten einige Stunden abgedeckt im Kühlschrank durchziehen lassen.
  3. Den Ofen auf ca. 180c° (Ober/Unterhitze) vorheizen und eine große Auflaufform mit Butter- oder Schweineschmalz ausfetten.
  4. Das Bauchfleisch mit der Schwarte nach unten in die Auflaufform legen, mit etwas Wasser untergießen und ca. 1 Stunde in den Ofen geben.
  5. Nach 1 Stunde den Braten umdrehen, die Schwarte nochmal leicht salzen - bei Bedarf mit Kümmelsaat bestreuen und eine weitere Stunde (mit der Schwartenseite nach oben) in den Ofen geben. Zwischendurch nochmal mit Wasser oder Brühe aufgießen.
  6. Die letzten 10-15 Minuten auf Grillfunktion oder Umluft umstellen und den Backofen auf 210 c° erhitzen. Achtet dabei darauf, dass euch die Kruste nicht verbrennt oder aufplatzt und behaltet euren Braten im Auge! 🙂
  7. Den Braten aus dem Ofen holen, kurz etwas auskühlen lassen und entlang der vorgeschröpften Rauten in Tranchen schneiden.
  8. Für das Stöcklkraut - Wasser in einem großen Topf zum kochen bringen, den Krautkopf vierteln, ins kochende Wasser geben und zusammen mit einer Prise Salz, Kümmel, Essig und dem Öl ca. 20 Minuten weichkochen.
  9. Den Braten zusammen mit dem Kraut auf einem Teller anrichten, bei Bedarf mit Bratensaft übergießen und am besten mit einem Glas Bier genießen. 🙂
  10. TIPP: Ihr könnt euren Braten auch ganz einfach zu Hause schröpfen. Dazu müsst ihr nur das Fleisch mit der Schwartenseite nach unten einige Minuten in heisses Wasser legen, herausnehmen und mit einem Messer ganz vorsichtig rautenförmig einritzen. Passt dabei auf, dass ihr die Fettschicht nicht durchtrennt, da euer Braten sonst womöglich zu trocken werden könnte!
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Mahlzeit!

Liptauer-Brotaufstrich

06 Mrz 2016

Hallo ihr Lieben!
Ich bin seit Freitag zu Besuch in meiner geliebten Heimat und koste sprichwörtlich jede Minute mit meinen Lieblingsmenschen in vollen Zügen aus. Und da ihr in dieser Zeit natürlich auch nicht zu kurz kommen dürft, hab ich einen leckeren Brotaufstrich für euch vorbeireitet.

Liptauer-Brotaufstrich 1

Brotaufstriche sind ratz-fatz gemacht, es gibt unzählige Varianten, sie benötigen meist nicht mal eine Handvoll Zutaten und sie sind eine mordsleckere und einfache Köstlichkeit. Egal ob zum Frühstück, aufs Pausenbrot, als kleine Fingerfood-Häppchen auf Partys oder als ein einfaches Abendessen – so ein leckeres Aufstrich-Brot passt irgendwie immer, oder?

Nachdem ihr mich in den letzten Monaten so oft nach Brotaufstrich-Ideen gefragt habt, möchte ich euch in Zukunft regelmäßig ein paar virtuelle Brötchen schmieren und hoffe, dass euch die Aufstriche genau so gut schmecken wie uns. Heute will ich euch das Rezept für einen gschmackigen Liptauer an die Hand geben – und rein Zuuufäällig kommt der Brotaufstrich aus meiner Heimat. :o)

Liptauer-Brotaufstrich 2

Okay, zugegeben ursprünglich kommt der Aufstrich aus Liptau und wurde – wie auch das Reisfleisch, während der K. u. K Zeit nach Österreich gebracht. Im Originalrezept wird der Liptauer-Aufstrich mit Brimsen hergestellt. Da dieser Schafs-Frischkäse allerdings ziemlich schwierig erhältlich ist, wird der Liptauer bei uns in Österreich meistens mit Topfen (Quark) und Butter hergestellt. Um dem Originalrezept geschmacklich ein wenig näher zu kommen, verzichte ich jedoch in meinem Rezept auf beide Zutaten und habe meinem Liptauer eine köstlich – cremige Mischung aus Schafskäse und Frischkäse verpasst. Probiert es einfach aus und lasst es euch schmecken!

Liptauer-Brotaufstrich
Zutaten
  1. 200g Frischkäse
  2. 150g Schafskäse in Stücke geschnitten
  3. 1 Prise Salz
  4. 1 Prise Pfeffer
  5. 2 EL Paprika Pulver mild
  6. Kapern bei Bedarf
  7. 1 EL Zwiebel bei Bedarf
  8. Schnittlauch zum Garnieren
Zubereitung
  1. Alle Zutaten werden in eine große Schüssel gegeben und mit einem Stabmixer cremig püriert oder mit einer Gabel gut verrührt.
  2. Den Aufstrich auf ein Brot schmieren und mit Schnittlauch garnieren.
  3. TIPP: Wer mag kann seinem Liptauer noch zusätzlich ein Sardellen-Filet hinzufügen oder ihn mit scharfen Paprika Pulver herstellen.
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Mahlzeit!

Reisfleisch

25 Feb 2016

Ja, wo is er denn nur, der Frühling? Ich hab leider keine Ahnung, aber falls er euch begegnen sollte – richtet ihm doch bitte einen frostigen Gruß von mir aus und dass er sich bald mal bei mir blicken lassen soll! :o) Ich hab den Winter nämlich mehr als nur satt! Es ist kalt, dunkel und zu meinem Übel hat es heute auch schon wieder zu schneien begonnen. Da kommt so ein wärmendes Tellerchen Soulfood gegen Dauer-Grummellaune und Winterblues doch genau richtig, oder? 😉

Reisfleisch 1

Ich hab euch ja bereits hier oder hier kulinarisch ein bisserl in meine Heimat mitgenommen und auch heute machen wir wieder einen Abstecher nach Österreich. Zumindest irgendwie, denn ursprüngich stammt das Reisfleisch wahrscheinlich aus Ungarn oder Serbien und wurde während der k. u. k. Monarchie nach Österreich gebracht. Für mich ist es und bleibt es aber dennoch ein absolutes Oma Rezept, das bei uns zu Hause früher gerne auf den Tisch kam und mittlerweile eines der Lieblingsgerichte des Gaumenpoeten ist.

reisfleisch-4-von-1

Ihr glaubt mir jetzt wahrscheinlich nicht, aber dieses Rezept ist tatsächlich eines der wenigen, welches ganz unverändert und genau so wie meine Oma es früher gemacht hat, nachgekocht wird. Das spezielle an Omas Rezept ist die Zugabe von einem Schuss milden Essig. Ich habe hierfür den wahnsinnig aromatischen Apfelessig von Gölles verwendet, der dem Gericht eine herrlich würzige Note verpasst. Ihr verzieht jetzt bestimmt die Gesichter… Keine Sorge, man merkt den Essig geschmacklich nicht und er macht das Fleisch zusätzlich mürber.

Reisfleisch 3

Wir genießen unser Reisfleisch immer mit Putenfleisch, ihr könnt aber natürlich auch auf jede andere Fleischsorte eurer Wahl zurückgreifen. Beachtet dabei jedoch, dass sich die Kochzeiten je nach Sorte verlängern! Die Mengenangaben sind wie immer nur grob angegeben und reichen bei uns für 3 hungrige Esser. Probiert es einfach aus und lasst es euch schmecken!

Reisfleisch
Zutaten
  1. 1 Tasse Langkornreis
  2. 2 Tassen Gemüsebrühe
  3. 300g Putenfleisch in Würfel geschnitten
  4. 2 klein gehackte Zwiebel
  5. 2 EL Tomatenmark
  6. 2-3 EL Paprikapulver (scharf oder mild)
  7. Salz
  8. Pfeffer
  9. 1 Prise getrockneter Majoran
  10. 1 großes Lorbeerblatt
  11. 1 EL Essig
  12. 1 gehackter Knoblauch (Bei Bedarf)
  13. Schnittlauch zum garnieren
  14. Olivenöl zum Anbraten
Zubereitung
  1. Das Olivenöl in einem weiten Topf erhitzen und die Zwiebel glasig dünsten.
  2. Die Putenfleischwürfel zu den Zwiebeln in den Topf geben, salzen,pfeffern und von allen Seiten anbraten.
  3. Den Reis hinzufügen und ebenfalls kurz dünsten.
  4. Tomatenmark, sowie das Paprikapulver untermischen und ganz kurz anrösten, da das Tomatenmark sonst bitter wird.
  5. Nun mit einem Schuss Essig ablöschen, die Gemüsebrühe, den Majoran, sowie das Lorbeerblatt dazugeben und alles so lange zugedeckt köcheln bis keine Flüssigkeit mehr im Topf ist.
  6. Das Reisfleisch in tiefen Tellern anrichten mit Schnittlauch bestreuen.
  7. Am besten mit einem frischen Salat und einem kühlen Blonden genießen! 🙂
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Mahlzeit!