Reisfleisch

25 Feb 2016

Ja, wo is er denn nur, der Frühling? Ich hab leider keine Ahnung, aber falls er euch begegnen sollte – richtet ihm doch bitte einen frostigen Gruß von mir aus und dass er sich bald mal bei mir blicken lassen soll! :o) Ich hab den Winter nämlich mehr als nur satt! Es ist kalt, dunkel und zu meinem Übel hat es heute auch schon wieder zu schneien begonnen. Da kommt so ein wärmendes Tellerchen Soulfood gegen Dauer-Grummellaune und Winterblues doch genau richtig, oder? 😉

Reisfleisch 1

Ich hab euch ja bereits hier oder hier kulinarisch ein bisserl in meine Heimat mitgenommen und auch heute machen wir wieder einen Abstecher nach Österreich. Zumindest irgendwie, denn ursprüngich stammt das Reisfleisch wahrscheinlich aus Ungarn oder Serbien und wurde während der k. u. k. Monarchie nach Österreich gebracht. Für mich ist es und bleibt es aber dennoch ein absolutes Oma Rezept, das bei uns zu Hause früher gerne auf den Tisch kam und mittlerweile eines der Lieblingsgerichte des Gaumenpoeten ist.

reisfleisch-4-von-1

Ihr glaubt mir jetzt wahrscheinlich nicht, aber dieses Rezept ist tatsächlich eines der wenigen, welches ganz unverändert und genau so wie meine Oma es früher gemacht hat, nachgekocht wird. Das spezielle an Omas Rezept ist die Zugabe von einem Schuss milden Essig. Ich habe hierfür den wahnsinnig aromatischen Apfelessig von Gölles verwendet, der dem Gericht eine herrlich würzige Note verpasst. Ihr verzieht jetzt bestimmt die Gesichter… Keine Sorge, man merkt den Essig geschmacklich nicht und er macht das Fleisch zusätzlich mürber.

Reisfleisch 3

Wir genießen unser Reisfleisch immer mit Putenfleisch, ihr könnt aber natürlich auch auf jede andere Fleischsorte eurer Wahl zurückgreifen. Beachtet dabei jedoch, dass sich die Kochzeiten je nach Sorte verlängern! Die Mengenangaben sind wie immer nur grob angegeben und reichen bei uns für 3 hungrige Esser. Probiert es einfach aus und lasst es euch schmecken!

Reisfleisch
Zutaten
  1. 1 Tasse Langkornreis
  2. 2 Tassen Gemüsebrühe
  3. 300g Putenfleisch in Würfel geschnitten
  4. 2 klein gehackte Zwiebel
  5. 2 EL Tomatenmark
  6. 2-3 EL Paprikapulver (scharf oder mild)
  7. Salz
  8. Pfeffer
  9. 1 Prise getrockneter Majoran
  10. 1 großes Lorbeerblatt
  11. 1 EL Essig
  12. 1 gehackter Knoblauch (Bei Bedarf)
  13. Schnittlauch zum garnieren
  14. Olivenöl zum Anbraten
Zubereitung
  1. Das Olivenöl in einem weiten Topf erhitzen und die Zwiebel glasig dünsten.
  2. Die Putenfleischwürfel zu den Zwiebeln in den Topf geben, salzen,pfeffern und von allen Seiten anbraten.
  3. Den Reis hinzufügen und ebenfalls kurz dünsten.
  4. Tomatenmark, sowie das Paprikapulver untermischen und ganz kurz anrösten, da das Tomatenmark sonst bitter wird.
  5. Nun mit einem Schuss Essig ablöschen, die Gemüsebrühe, den Majoran, sowie das Lorbeerblatt dazugeben und alles so lange zugedeckt köcheln bis keine Flüssigkeit mehr im Topf ist.
  6. Das Reisfleisch in tiefen Tellern anrichten mit Schnittlauch bestreuen.
  7. Am besten mit einem frischen Salat und einem kühlen Blonden genießen! 🙂
Gaumenpoesie http://gaumenpoesie.com/

Mahlzeit!

Kürbiskernöl-Aufstrich

16 Feb 2016

Heut bleibt amol die Kuchl kolt, weil heut hob i für euch a Rezept für an muads gschmackigen Brotaufstrich aus meina Heimat! Also schneids scho amol as Brot au, der is nämlich schneller augrührt, als dass` schaun könnts! 😀

Na, habt ihr was verstanden? Keine Sorge, mein Blog bleibt in Zukuft wieder Dialektfreie- Zone und hoffentlich für alle von euch verständlich! Vielleicht konntet ihr es oben ja schon erahnen, aber in der Gaumenpoesie bleibt heute tatsächlich mal die Küche kalt. Das heisst aber natürlich deswegen noch lange nicht, dass hier jemand Hunger leiden muss, denn heute hab ich das Rezept für einen schnell gemachten und extrem leckeren Brotaufstrich aus meiner steirischen Heimat für euch mitgebracht.

Kürbiskernöl-Aufstrich 1

Ich muss zugeben, zur Zeit plagt mich mal wieder ein bissi Heimweh. Nicht dass, ihr mich jetzt falsch versteht! Ich mag meine Wahlheimat und bin gerne hier, aber »Daham is holt Daham« :o) Manchmal fehlen mir halt einfach nach wie vor gewisse Kleinigkeit, die ich früher für selbstverständlich hingenommen habe. Eines dieser Dinge ist eine urige Brettljause oder einfach nur ein guter Topfen-Aufstrich (abgetropfter Quark in Österreich) Ich weiß, ich bin aus ziemlich einfachen Holz geschnitzt, was? Aber das macht nix, denn manchmal sind es halt die einfachsten Dinge, die uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern….

Heute möchte ich euch mein Rezept für einen schnell gemachten Kürbiskernöl-Aufstrich weitergeben. Der Aufstrich wird bei mir zu Hause eigentlich mit Topfen und Margarine oder Butter hergestellt – welchen ich durch Frischkäse ersetzt habe. Hinzu kommen bei Bedarf ein paar Gewürze, Knoblauch und natürlich darf ein guter Schluck bestes steirisches Kürbiskernöl nicht fehlen. Ich habe in diesem Fall das Kürbiskernöl von Gölles verwendet, dass ich euch wirklich uneingeschränkt weiterempfehlen kann und ein fixer Bestandteil in meiner Küche ist. Ihr könnt aber natürlich auch auf andere Hersteller zurück greifen. Achtet dabei jedoch darauf, dass euer Öl zu 100% aus reinen (steirischen) Kürbiskernen hergestellt wird, und euch keine Mischung untergejubelt wird. So, jetzt aber genug geredet geschrieben… Probiert es einfach aus, und lasst es euch schmecken! 🙂

Kürbiskernöl-Aufstrich
Zutaten
  1. 250g Frischkäse
  2. 3-4 EL Steirisches Kürbiskernöl
  3. 1 Prise Salz (Bei mir Kräutersalz)
  4. 1 Prise Pfeffer
  5. Geriebener Knoblauch (Bei Bedarf)
Zubereitung
  1. Alle Zutaten in eine Schüssel geben und so lange miteinander verrühren bis der Frischkäse eine einheitlich grüne Farbe angenommen hat.
  2. TIPP: Der Aufstrich eignet sich auch hervorragend als Tortellini-Füllung 😉
Gaumenpoesie http://gaumenpoesie.com/

Falscher Hase

05 Feb 2016

Wie ihr ja vielleicht schon mitbekommen habt, wurde kürzlich mal wieder fleissig auf Instagram synchrongekocht. Ich mag diese tollen Aktionen immer total gerne, da sie nicht nur extrem lustig sind, sondern mich auch immer wieder aufs Neue zum staunen bringen. Dieses Mal war das Thema #synchronhackbraten und ich muss ehrlich zugeben, dass ich aus dem Staunen kaum rausgekommen bin. Man könnte ja meinen so ein Faschierter Braten kommt mehr oder weniger ähnlich daher, aber lasst euch eines besseren belehren und seht euch die tollen Bilder unbedingt an! Von Minibaconbombs bis italienisch gefüllte Braten war alles dabei – ja, sogar ein vegetarischer! Ich hab mich in diesem Fall für einen ganz traditionellen Falschen Hasen aus meiner Heimat entschieden und ihm ein hübsches Karottenmäntelchen verpasst. Auch wenn er „Falsch“ ist – Hase und Karotten passt doch ganz gut, oder? :o)

Falscher Hase 1

Ich hab ein eeetttwwas gestörtes Verhältnis zu Hasen. Zumindest, wenn ihnen das Fell über die Ohren gezogen wurde und sie vor mir auf dem Teller liegen. Sonst find ich sie total knuffig und mag sie gerne. Schuld daran ist eine dramatische Geschichte aus meiner Kindheit. Meine Oma hat nämlich den Braten sprichwörtlich gerochen…..

Falscher Hase 2

Mein Bruder und ich hatten mal einen Hasen namens Hoppel. Ich weiß, der Name ist besonders einfallsreich… Auf alle Fälle war er eines Nachmittags nicht mehr in seinem Käfig. Omi teilte uns mit, dass sie Hoppel auf die Hasenfarm ihres Schwagers gebracht hatte und es ihm dort bei all den Häschen so gut gefalle, dass er wohl für längere Zeit nicht zurückkommen werde… Ich muss an dieser Stelle wohl kaum erwähnen, dass den Rammler dort kein Wellnessurlaub erwartet hat, oder? Ein paar Wochen später gabs zu Mittag Hühnchen-Eintopf – zumindest wurde der Inhalt des Topfes uns als solcher verkauft und mein Bruder wollte sich gerade die zweite Portion ordern, als meiner geliebten Oma schmatzend ein „Mei, der Hoppel hot a zartes Fleischerl“ herausrutschte. Wir sind dann natürlich sofort in unser gemeinsames Kinderzimmer geflohen, haben uns gegenseitig getröstet und uns geschworen, dass wir nie wieder in unserem Leben ein Häschen essen werden. Und so ist das auch bis heute geblieben. Ein Hase kommt mir nicht in den Topf! Es sei denn, es ist nicht soooo ein „Falscher Hase“, wie der meiner Oma. :o)

Falscher Hase
Zutaten
  1. 500g Faschiertes vom Rind (Hackfleisch)
  2. 300g Faschiertes vom Schwein (Hackfleisch)
  3. 1 Schweinenetz oder Speckscheiben
  4. 1 Bio Ei
  5. 1 alte Semmel
  6. 1 grosse gehackte Zwiebel
  7. 1 Bund gehackte Petersilie
  8. 1 Prise Salz
  9. 1 Prise Pfeffer
  10. 1 Prise Majoran
  11. 1 Prise Liebstöckel
  12. 2-3 Karotten
  13. 1 grob gehackte Pastinake
  14. 1 grob gehackte Sellerieknolle
  15. Öl oder Butterschmalz
  16. Honig zum bepinseln
Zubereitung
  1. Zuerst etwas Öl oder Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen und die klein geschnittenen Zwiebeln leicht glasig dünsten.
  2. Die gehackte Petersilie dazugeben, kurz weiter dünsten und die Pfanne bei Seite stellen.
  3. Die trockene Semmel kurz in etwas Wasser einweichen und danach gut ausdrücken.
  4. Das Faschierte in eine Schüssel geben und das Ei, die Semmel, die ausgekühlte Zwiebel-Mischung, sowie die Gewürze dazugeben.
  5. Alles gut mit den Händen vermengen.
  6. Eine Auflaufform gut mit Öl bepinseln und die Hackmasse darin zu einem Braten formen.
  7. Den Ofen auf 155 c° Ober/Unterhitze vorheizen.
  8. Den Braten mit feuchten Händen schön glatt streichen und das Schweinenetz oder den Speck darüber legen, damit euer Falscher Hase nicht austrocknet.
  9. Die gehackten Pastinaken- und Knollenselleriestücke um den Braten in die Auflaufform geben und alles auf mittlerer Schiene ca. 30 Minuten garen.
  10. Nach 30 Minuten 300ml Wasser in die Auflaufform gießen und weitere 40 Minuten garen.
  11. In der Zwischenzeit die Karotten mit einem Gemüseschäler in feine Streifen schneiden.
  12. Wasser in einem Topf zum kochen bringen und salzen.
  13. Die Karottenstreifen kurz im heissen Wasser blanchieren, mit einer Schaumkelle herausheben -sofort in kaltem Wasser abschrecken und trockentupfen.
  14. Den Braten mit den Karottenstreifen belegen, mit etwas Honig bepinseln und weitere 10 Minuten im Ofen weitergaren.
  15. Den Falschen Hasen aus dem Ofen holen, kurz etwas auskühlen lassen, in Scheiben schneiden und gemeinsam mit dem Gemüse servieren.
  16. TIPP: Dazu passt am besten ein knackiger Salat und ein fluffiges Kartoffelpüree.
Gaumenpoesie http://gaumenpoesie.com/

 Mahlzeit!